Vernetzung in der Region – XXelle Ruhrgebiet

Neben XXelle Westfalen und XXelle Rheinland existiert XXelle Ruhrgebiet mit den sieben Aidshilfen Bochum, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg/Kreis Wesel, Essen, Oberhausen, Kreis Unna sowie dem AWO Beratungszentrum für Familienplanung, Schwangerschaftskonflikte und Fragen der Sexualität und der Dortmunder Mitternachtsmission. Da Frauen mit HIV glücklicherweise derzeit zahlenmäßig eher unauffällig auftreten und dann auch in allen Regionen verstreut leben, ist hier eine Vernetzung besonders nötig und sinnvoll. Und auch wenn es sich wie ein Klischee anhört, so trifft es doch zu: Die wenigsten Frauen gehen offensiv mit ihrer HIV-Infektion um. Im Gegenteil, sie scheuen sich oft, ihr direktes Umfeld einzubeziehen. Die Gründe sind schon hinlänglich diskutiert worden. Fakt ist, dass die Frauen nicht leicht zu erreichen sind. Für Beratung, für Unterstützung, für Hilfe zur Selbsthilfe. Da liegt es nahe, die Kräfte zu bündeln und die Ressourcen einer Region gemeinsam zu nutzen, gemeinsam Projekte und Angebote so aufzubauen, dass sie für Frauen aus dem ganzen Ruhrgebiet erreichbar sind. Und das geht so:

Drei bis viermal jährlich treffen sich die Vertreterinnen der beteiligten Einrichtungen zum sogenannten „kleinen runden Tisch“. Hier reflektieren die Kolleginnen ihre Arbeit vor Ort, holen sich Rat und besprechen ihre gemeinsamen Projekte. Sie lassen die gerade vergangenen Angebote Revue passieren, sprechen darüber, was gut lief und sich bewährt hat und schauen auf die Verbesserungsbereiche. Hier wird auch das Fundament für neue Angebote gelegt. Die Kolleginnen tauschen ihre Ideen aus und sprechen über Anfragen und Bedarfe aus ihren Einrichtungen. 

Auf diese Weise entstehen die Pläne für das neue Jahr. 2017 organisieren die Frauen von XXelle Ruhrgebiet beispielsweise wieder die Aktion „Komm in Bewegung – mit XXelle den Selbsthilfegedanken stärken“. 2015 wurde sie von Indra Mechnich vom XXelle Standort Bochum ins Leben gerufen. Mit viel Erfolg, wie sich alsbald herausstellte, so dass das Angebot für 2017 sogar auf XXelle NRW ausgeweitet wird.

Bei jeder Aktion von XXelle Ruhrgebiet gibt es eine verantwortliche Kollegin, welche sich um die Finanzierung und die Hauptkoordination kümmert, so auch bei „Komm in Bewegung“. Die anderen managen an ihren Standorten alle wichtigen To-dos wie Akquise von Teilnehmerinnen und Teilnehmern, Werbung für die Veranstaltung oder auch Fahrdienstangebote, so dass die Veranstaltungen genügend Interessentinnen erreichen und der Ablauf nicht gefährdet ist. Bei „Komm in Bewegung“ planten beispielsweise alle beteiligten Kolleginnen Workshops in ihren Städten, nachdem sie vorab ermittelt hatten, was Sinn macht am jeweiligen Standort, was sich dort vielleicht auch schon bewährt hat und gerne nachgefragt wird. Auf diese Weise teilen sich die Frauen sowohl die Arbeit als auch die Räumlichkeiten für die einzelnen Angebote. Wir dürfen gespannt sein, was uns „Komm in Bewegung“ ab Sommer wieder alles bietet!

Es gibt aber auch kleinere Aktionen, die sich zunehmender Beliebtheit erfreuen. So findet auch dieses Jahr im Sommer wieder ein Familienausflug zum „Ketteler Hof“ statt. Kerstin Kollenberg vom XXelle Standort Düsseldorf ist die verantwortliche Koordinatorin für diesen Tag bei Haltern am See. Es handelt sich hier um ein riesiges Outdoor-Spielgelände mit Wasserlandschaften, Tieren, Klettertürmen, Rutschen, Picknick-Wiesen und allem, was es braucht, um entspannt einen schönen Tag mit anderen Menschen mit HIV und deren Angehörigen an der frischen Luft zu verbringen. Jeder bringt für das gemeinsame Picknick etwas zu Essen mit und Momente zum Austausch werden von den Erwachsenen gerne genutzt. Die Frauen von XXelle stehen als Ansprechpartnerinnen zur Verfügung und/oder kümmern sich derweil um die Kinder.

Aus Dortmund kommt das Pendant für die kalte Jahreszeit. Hier organisiert Nicole Hohenkirch von der aidshilfe dortmund e.v. als Hauptverantwortliche die jährliche „Weihnachtsbäckerei“. Dazu schließt das caféplus, das Café und Selbsthilfezentrum der Aidshilfe einen Tag lang seine Pforten, so dass die kleinen und großen Bäckerinnen und Bäcker sich in geschützter Atmosphäre ganz ihren mitgebrachten Teigen, dem Formen und Verzieren, dem Naschen, Vernetzen und Klönen hingeben können. Die Räumlichkeiten sind zu diesem Zeitpunkt bereits kinderfreundlich dekoriert, jemand sorgt für weihnachtliche Musik, andere passen auf, dass die Kinder nicht zu viel naschen und sich nicht die Finger verbrennen. Für alles wird gemeinsam gesorgt.

„Das Ganze“ – sagte schon Aristoteles „ist mehr als die Summe seiner Teile.“ Das bewahrheitet sich auch bei XXelle Ruhrgebiet auf das Schönste. Zahlreiche Vernetzungsveranstaltungen haben sich über die Jahre hinweg etabliert und sind zu einer Art Tradition geworden, andere kommen neu hinzu, wenn sich ein Bedarf dafür zeigt.

So planen die XXelle Ruhrgebiets-Kolleginnen aktuell neben den bewährten auch ein neues Projekt unter dem Arbeitstitel „Gesundheitsschulung für HIV-positive Migrantinnen“. Hierfür haben sich die Standorte Bochum und Dortmund sowie Duisburg und Düsseldorf als Veranstaltungsorte zusammengetan. Es ist angedacht, in Schwerpunktpraxen Informationen zur Veranstaltung auszugeben, Menschen gezielt anzusprechen und die Schulungsinhalte mithilfe von Migrantinnen zu transportieren. Mehr dazu demnächst an dieser Stelle.

Die hier vorgestellten Angebote sind nur einige Beispiele für das, was herauskommen kann, wenn sich die XXelle-Kolleginnen in kleiner Runde am „kleinen Tisch“ austauschen. Es entstehen neue Ideen und Synergieeffekte, und Begegnungen werden auch über die Ortsgrenzen hinweg möglich gemacht, bestehende Vernetzungsstrukturen und gegenseitige Rückhalte der Frauen mit HIV untereinander werden gestärkt. Die Frauen sowie deren Angehörige können erleben, dass sie nicht allein sind mit der HIV-Infektion und den daraus oftmals resultierenden Einschränkungen in ihrem Leben. Sie erfahren, wie andere damit umgehen. Ihr Radius wird erweitert, sei es durch neue Kontakte oder neues Wissen, das sie durch den Austausch mit den Frauen mit ähnlicher Krankheitsgeschichte erfahren können. Sie bekommen das Handwerkszeug, um sich selbst zu helfen, sich Unterstützung zu holen, wenn es nötig ist und für sich selbst einen passenden Weg zu finden, mit der Infektion zu leben. Ein weiteres Ziel der Projekte liegt in der Festigung der gemeinsamen Arbeitsstrukturen der beteiligten Organisationen, der Arbeitsteilung und Ressourcenbündelung und Nutzung von Synergieeffekten. Schlussendlich dienen die Aktionen auch dazu, XXelle und die darin verbundenen Organisationen als kompetente Ansprechstellen in der (Fach-) Öffentlichkeit zu präsentieren. 

Aber was ist nun das Besondere an den Veranstaltungen der XXelle-Ruhrgebiets-Vernetzung? Indra aus Bochum hat es so formuliert: „Die persönlich sympathische Beziehungsebene der XXelle-Frauen färbt auch auf die Teilnehmerinnen ab.“ Es erleichtert den Frauen mit HIV oft den Kontakt zu anderen Beratungszentren und damit zu anderen Menschen mit HIV. Hinzu kommt, dass die Vernetzungsfrauen aus dem Ruhrgebiet ein hohes Maß an Motivation und Spaß an der Zusammenarbeit mitbringen. Das spürt man. Und Frau auch…

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